GEO: Antwortmaschine statt Suchmaschine

Strategien für Sichtbarkeit, wenn KI die Suche übernimmt

Milana Schreiner

Wie kann ich die Sichtbarkeit meiner Website bzw. Inhalte erhöhen? Diese Frage stellen sich in Zeiten rasanter KI-Entwicklungen viele, die ihre Produkte, Dienstleistungen oder Informationen wirksam verbreiten möchten. Der Fokus lag dabei lange auf Optimierungsstrategien wie SEO (Search Engine Optimization), die einen entscheidenden Hebel für Reichweite darstellen. Als NutzerIn gebe ich meine Frage in die Suchmaschine ein, erhalte mehrere Ergebnisse und treffe eine Entscheidung. Doch begräbt GEO nun SEO?

GEO (Generative Engine Optimization) bezeichnet die Optimierung von Inhalten mit dem Ziel, in KI-Suchmaschinen als Antwort gelistet zu werden. [1]

Es reicht heutzutage nicht mehr aus, nur seine Keywords auf der Website anzupassen. Unternehmen müssen ihre Strategien und Inhalte mit weiterentwickeln, sodass sowohl Menschen als auch KI-Systeme diese verstehen. Auch wir bei Nur Baute spüren die Herausforderungen und die Notwendigkeit. Denn die digitale Landkarte, auf der wir unsere Nachhaltigkeits- und Kommunikationsthemen vermitteln, ändert sich. Das Ziel: Nicht nur in der Ergebnisliste erscheinen, sondern auch in der KI-Antwort selbst. [2]

 

Warum GEO immer mehr an Bedeutung gewinnt

Die klassische Recherche wird zunehmend durch KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini ersetzt. NutzerInnen erwarten heutzutage direkte Antworten auf ihre Fragen. Oft werden selbst die Top 3 Rankings der Suchergebnisse ignoriert, da die KI-Zusammenfassung den schnellen Informationsbedarf bereits deckt.

Wenn KI-Systeme Unternehmen nicht erwähnen, verschlechtert das die Möglichkeit von der eigenen Zielgruppe entdeckt zu werden. Denn KI-Systeme beeinflussen das KonsumentInnenverhalten und die Entscheidungen der NutzerInnen, indem sie Angebote empfehlen. [3] Sie zitieren häufiger optimierte, strukturierte und vertrauenswürdige Inhalte in ihren Antworten, da sie ein Verständnis für Kontexte haben und nicht nur Keywords mit einbeziehen. [2]

Besonders die Nachhaltigkeitskommunikation kann von GEO profitieren, wenn komplexe Zusammenhänge verständlich aufbereitet und glaubwürdig vermittelt werden. Intransparente und kurzfristige Nachhaltigkeitsversprechen verlieren hingegen auch für generative KI-Suchmaschinen an Wirkung.

Die Princeton University zeigte bereits in ihrer Studie aus 2024, dass das Bedenken von GEO-Kriterien die eigene Sichtbarkeit in generativen KI-Suchmaschinen um bis zu 40 % erhöhen kann. [4] Was sich zuerst wie ein Kontrollverlust anfühlt, stellt gleichzeitig eine Chance dar. Die Auseinandersetzung mit GEO ist daher mittlerweile ein wesentliches Erfolgskriterium für Sichtbarkeit. [2]

Das Beispiel einer Pizzeria verdeutlicht die Bedeutung von GEO. Zu der Frage “Things to do in New York?” erschien eine Pizzeria in der KI-generierten Antwort neben Sehenswürdigkeiten als Empfehlung. Grund dafür war unter anderem die Integration von GEO-Kriterien, wie NutzerInnenzitate, Bewertungen und technische Entitäten-Verknüpfungen, die zu einer vermehrten Glaubwürdigkeit und Relevanz beitrugen. [4]

 

Was ist der Unterschied zwischen GEO & SEO?

SEO steht für Search Engine Optimization und zielt auf die Optimierung von Websites und Inhalten ab, um die Sichtbarkeit in herkömmlichen Suchmaschinen wie Google zu erhöhen und in den obersten Suchergebnissen zu erscheinen.

Generative Engine Optimization (GEO) ist dabei eine Weiterentwicklung, angepasst an die neue Realität, in der KI der zentrale Informationsvermittler ist. Es geht darum, Websites und Inhalte so zu optimieren, sodass KI-Suchmaschinen sie semantisch verstehen und zitieren. [1], [2], [5]

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Kriterium SEO GEO
Ziel Sichtbarkeit, hohe Klickrate & Platzierung in Suchergebnissen Verwendbarkeit in KI-generierten Antworten
Fokus Rankings, Keywords, Backlinks Datenqualität, Vertrauen & Autorität, KI-Verständlichkeit
Funktionsweise Anzeige in Ergebnislisten Synthese von Informationen zu Antworten oder Prozessen
Erfolgsmaßstab Ranking, Position, Klickrate, direkter Traffic Nutzung & Integration durch KI, Zitierrate & Markenpräsenz
Mehrwert für NutzerInnen Auswahl von Quellen Problemlösung & Effizienz

[2], [6]

 

Wie werde ich von KI-Suchmaschinen zitiert?

Für die Optimierung der Website heißt das:

  • Identifikation relevanter Fragestellungen: Bestimme die echten Bedürfnisse und Themen deiner NutzerInnen.
  • Analyse des Suchverhaltens: Teste typische NutzerInnenanfragen direkt in KI-Suchmaschinen (z. B. “Wer bietet…?”).
  • Content-Aufbau: Erstelle hochwertige Inhalte, die auf die NutzerInnenabsichten abgestimmt sind und für die KI als einzigartige Perspektive verstanden werden (z. B. FAQ, Step-by-Step-Anleitungen, kurze prägnante Abschnitte etc.).
  • Sicherstellung technischer Grundlagen: Optimiere die Websitenstruktur für eine schnelle Lesbarkeit und Indexierung durch KI-Crawler (z. B. Schema-Markups, H1-H2-Strukturen, Tabellen und Listen etc.).
  • Verdeutlichung der Relevanz: Schaffe Vertrauen durch verlässliche Quellen und etabliere dich als Experte. Orientierung bietet hierfür das E-E-A-T-Prinzip (Experience, Expertise, Authoritativeness und Trust).
  • Fokus auf relevante Plattformen: Präsentiere aktuelle Inhalte dort, wo deine Zielgruppe aktiv nach Lösungen sucht, und erhöhe somit deine Reichweite.
  • KI als Werkzeug: Nutze KI-Tools für Entwürfe und Recherche. Aber: Erfolgreiche Inhalte überzeugen durch Qualität und Mehrwert. Bedenke, dass KI-Systeme auch Falschinformationen in ihren Antworten integrieren können.
  • Kontinuierliche Erfolgskontrolle: Überprüfe regelmäßig, wie deine Inhalte von KI-Suchmaschinen verarbeitet werden und passe sie ggf. an.

[1], [2], [6], [7]

 

Fazit

Die Optimierung von Websites kann die Sichtbarkeit steigern, indem KI-Suchmaschinen die eigenen Inhalte zitieren. Die Lautstärke der Platzierung in den Suchergebnissen wird dabei von der Relevanz der Inhalte eingeholt. GEO ersetzt SEO jedoch nicht, sondern ergänzt sie. Eine Kombination aus unterschiedlichen Faktoren ist entscheidend und beides benötigt kontinuierliche Anpassungen. Es ist und bleibt ein iterativer Prozess.

 

Quellen

[1] SRH (2025)
[2] Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. (2026)
[3] O’Daniel, Benjamin / Jaeckert, Fabian (2026)
[4] Aggarwal, Pranjal / Murahari, Vishvak / Rajpurohit, Tanmay / Kalyan, Ashwin / Narasimhan, Karthik / Deshpande, Ameet (2024)
[5] Akademie für künstliche Intelligenz und Digitalisierung / Görög, Lukas (2024)
[6] Haufe (2025)
[7] Nkhoma, Kato (2025)

 

 

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